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IN OWN WORDS - Künstler berichten Dan Davis
DIE KRUPPS zu dem Album MACHINISTS OF JOY


Jürgen Engler im persönlichen Gespräch am 16. Oktober 2013 mit Dan Davis
 zur neuen CD:
 
 
"Die KRUPPS-Metal-Zeit war eine Phase. Das muss man ganz klar sagen. Wir überraschen die Leute jetzt hier mit einem Album, das sie vielleicht immer gerne gehabt hätten aber nicht bekommen haben. Ein Album, was die Essenz der Krupps ist. Weil das, was wir 1997 mit „Paradise Now!“ (dem vorangegangenen Studioalbum, Anm. d. Verf.) gemacht haben – für mich war 1997 damit alles gesagt zu dieser Metal-Geschichte. Wir haben das irgendwo abgehakt. Auch wenn wir jetzt noch Rock-Elemente in unseren Songs haben. Aber jetzt keine auf der Gitarre geschriebene Musik mit der Electronic addiert wurde, sondern das ist jetzt wirklich die Essenz der Krupps. Harte Sequenzer getriebene Synthi-Electro-Musik mit Rock-Elementen – das ist eben das, was die Krupps ausmacht. Wir eben jetzt nicht da ansetzen, wo wir 97 aufgehört haben, sondern jetzt nach so langer Zeit ein klares Statement machen.
 
 
Das Album fühlt sich für mich richtig gut, richtig rund an. Es sind alle wichtigen Verknüpfungspunkte hergestellt. Mal schauen, ob wir das beim nächsten Album nochmals toppen können, aber das ist wirklich das essentielle KRUPPS-Album."
 

Jürgen Engler zu Dan Davis über die einzelnen Tracks der CD "Machinists of Joy"
in einem Interview vom 16. Oktober 2013:
 
 
 
1 Ein Blick zurück im Zorn
 
"Für mich ist das ein perfekter Opener. Es gibt immer irgendwelche Dinge, auf die man Zorn hat, aber es ist nicht mehr als ein Blick. Unsere Ausrichtung ist immer nach vorne. Wir schauen nicht wirklich zurück, obwohl dieses Album, das ist im Prinzip ganz interessant, das verknüpft eben viele Punkte von der Vergangenheit mit der Gegenwart und mit unserer Zukunft. Weil man merkt eben in vielen Stücken, dass es eine Verwandtschaft miteinander hat. Mit Songs, die in der Vergangenheit gemacht wurden. Wie „To the Hilt“ oder „Fatherland“ oder „Machineries of Joy“, durch den Rhythmus oder auch das Cover. Es gibt hier Verbindungspunkte zur Vergangenheit. Aber wir sind keine richtungsgerichtete Band, wir schauen immer nach vorne. Diese Metal-Phase so gegen 95, 96, 97 – da wurden die Songs bei uns wirklich auf der Gitarre geschrieben und mit der Electronic nochmals forciert. Jetzt ist es im Prinzip so, wie ich es eigentlich immer haben wollte. Das elektronische Fundament ist da und wir addieren dann die Gitarre, die aber keine übergeordnete vorrangige  Rolle mehr spielt. Die sind zwar da, aber sie sind nicht tragendes Element. "  
 
 
 
2 Schmutzfabrik
 
"Das ist im Prinzip ein klassischer Krupps-Track. Das musst Du im Prinzip so sehen wie „Wahre Arbeit wahrer Lohn Nr. 2“. Das ist im Prinzip ein Song für die Leute, hat auch eine Verwandtschaft zu „Machineries of Joy“. Klassisches Krupps-Terrain."
   
 
 
3 Risikofaktor
 
"Das war die Single. Der Track selbst wurde ja kurz bevor der „Maya-Kalender“ sich
(im Dezember 2012 nach offizieller Lesart, Anm. d. Verf.) geschlossen hatte. Er war irgendwo darauf gemünzt. Auf der anderen Seite auch wieder nicht, weil es ein aktuelles Thema generell ist. Es ist jetzt nicht nur darauf zu beziehen. Sondern auch eine generelle Geschichte. Das ist zum Beispiel auch so ein Verknüpfungspunkt mit der Vergangenheit gewesen. Ich hatte damals mit meiner Punk-Band einen Track, der hieß „Risikofaktor 1:X“. Wir haben hier irgendwo diesen Kreis geschlossen. Das wir die ganze Sache auf den Punkt gekriegt, die Verbindungen irgendwie hergestellt haben, aber trotzdem schön nach vorne gerichtet."  
 
 
 
4 Robo Sapien
 
"Robo Sapien ist für mich musikalisch wie „Fatherland“, in der Richtung. Auf der anderen Seite geht es darin ganz klar um Mensch und Maschine und die Entmenschlichung. Was wird uns aktuell passieren? Wir sind alle nicht mehr von unseren I-Phones und I-Pads wegzudenken. Mittlerweise ist das schon fast erschreckend. Es gibt ja kaum noch jemanden, der ohne leben kann. Das ist wirklich krass. Aber auf der anderen Seite ist es natürlich gut, es ist eben eine andere Zeit. Ich finde das ja gut. Für mich ist das alles sowieso viel zu langsam gegangen. Ich hatte damals noch mit meiner Band einen Track der hieß „Technoland“, 1979, wo ich schon darüber gesungen habe. Die Zeit ist stehen geblieben. Es ist nicht genug passiert. Nicht schnell genug passiert. 69: Mondlandung – und danach irgendwie ein riesen Loch. Aber wie gesagt – jetzt sind wir hoffentlich wieder auf dem Weg, dass sich alles wieder etwas schneller bewegt. Ich finde das toll. Mit Blick zurück im Zorn – aber nach vorn`…"
 
 
 
5 The Machinists of Joy
 
"Den Song habe ich im gleichen Zeitraum geschrieben, als ich mich entschlossen
hatte, wie das Album eigentlich heißen sollte. Ich hatte eigentlich den Album-Titel
und habe dazu den Song gemacht. Für mich ist das ein schöner Song, der alles perfekt abgerundet  und auf den Punkt gebracht hat. „Machinists of Joy“ ist für mich so was wie die Essenz des Albums. Ich finde den eigentlich perfekt. Ich hätte den gerne als erste Single gesehen. Aber dann haben wir uns doch dagegen entschlossen."
 
 
 
6 Essenbeck
 
"Es geht darin um die Familie, um die Essenbecks-Krupps-Geschichte. Wir haben den Track an den Film und an die Historie angelehnt."
 
 
 
7 Im falschen Land
 
"Den Text hat Ralf geschrieben. Der fühlt sich wahrscheinlich immer noch im falschen Land. Ich mittlerweile nicht mehr (Jürgen Engler lebt in Texas, USA, Anm. d. Verf.). Ich fühle mich hier im richtigen Land. Aber mich hat das auch Jahre lang beschäftigt. Das ist thematisch wie bei „To the Hilt“. Der Track ist zum Beispiel sehr ähnlich gewesen. Musikalisch ist das eine schöne Hymne. Wir haben auf dem Album so ein paar hymnische Titel, „Ropo Sapien“ hat diesen Hymnencharakter, „Schatten der Ringe“. Und das ist das, was ich auch immer mochte. Diese bombastischen hymnischen Geschichten. Die haben wir zum Teil auch vorher gehabt, wie bei „Fatherland“ zum Beispiel, oder „Alive“. Ich wollte einfach hiervon auf dem neuen Album auch ein paar Titel haben. Weil das ist natürlich auch ein Teil der Krupps."
 
 
 
8 Eiskalter Engel
 
"Das ist wahrscheinlich so der Retro gerichtetste Titel, auf der anderen Seite auch wieder
extrem modern. Das ist so ein Titel, wo ich meine alten Analog-Synthies so richtig abtuckern lass. Wie eine Hommage an die frühen HUMAN LEAGUE, so um die „Being boiled“-Zeit, etwas was ich extrem gut fand, diese klassischen MS-20 Synthi-Geschichten, dieser Sound. Und dieser Song generell, dass ist quasi wieder so eine Lovestory im Sinne von „Zwei Herzen ein Rhythmus“, der auf der „Vollen Kraft voraus“ war. „Industriemädchen“ ist im Grund auch so eine Geschichte. Da kommen wir wahrscheinlich gleich noch dazu, aber „Industriemädchen“ ist eigentlich eine Punk-Nummer gewesen, von Ralfs alter Band „S.Y.P.H.“. Und das ist im Prinzip auch so eine Love-Story. Aber natürlich eben auf Krupps-Art. Wobei es bei „Eiskalter Engel“ nicht um eine Frau geht. Da geht es eigentlich um eine Stadt. Jeder hat so seine Liebe für die Stadt, in der er wohnt. Ich setze jetzt nicht voraus, dass diese Orte immer eiskalt sind, oft sind diese Orte immer schön warm, immer sonnig und es ist ganz toll. Ist ne andere Geschichte. Ich habe früher in New York eine Wohnung gehabt. Ich war auch letztes Jahr wieder da. Das hat mich einfach irgendwie inspiriert."
 
 
 
9 Part of the Machine
 
"Das ist ein Track, den ich schon seit einigen Jahren in der Schublade hatte, und zu
dem ich eigentlich nur noch einige Tweaks mit meinen geliebten Analog-Maschinen
addieren musste. Es gab davon auch eine Version mit Gitarre, allerdings hat sich das
bei der Nummer einfach nicht richtig eingefügt, sodass ich das wieder verworfen
habe. Auf diesem Album war Programm "was passt, das passt", da gab es keinen
Zwang sämtliche Songs ohne Gitarren oder mit Gitarren, alle deutsch oder
englischsprachig zu machen. Vielleicht fühlt es sich auch daher so stimmig an."
 
 
 
10 Nocebo
 
"Nocebo ist ganz einfach quasi das Pendant zu Placebo. Placebo, Du weißt ja was das ist. Es ist etwas was Dir verabreicht wird, aber eigentlich keine Wirkung hat. Aber eine Wirkung verursacht, weil du daran glaubst."    
 
 
 
11 Im Schatten der Ringe
 
"Damit sind die Krupps-Zeichen gemeint. Es geht darin um den Erben. Um den Erben Arndt von Bohlen und Halbach. Der das Erbe mehr oder weniger abgeschlagen hat. Der kein Bock darauf hatte und die Millionen irgendwie abgelehnt hat. Und dies im Prinzip nichts als eine Last für ihn war. Wir haben hier auf diesem Album wirklich mal alle Register gezogen. Die Krupps-Historie wirklich komplett durchgenommen, das Erbe und die Essenbecks."
 
 
 
 
BONUS-CD:
 
 
 
1 Nazis auf Speed
 
"Thematisch geht es einfach darum: Es gibt ja eine Doku im deutschen Fernsehen, die auch basiert auf ein Buch, über quasi gedopte Nazis, Piloten, die im Zweiten Weltkrieg Kamikaze geflogen sind. Gegen England zum Beispiel. Wenn die Leute zum Beispiel sagen „RAMMSTEIN“-Anleihen... Wir haben das ja alles viele früher gemacht. Wenn
Du zum Beispiel die zweite oder auch die erste LP hörst… Die Basis, das Riff ist
von Marcel. Der Song ist natürlich gewachsen. Wir haben das nie gemacht, dass wir
uns an irgendwelchen Sachen angelehnt haben. Genauso wenig wie ich mich jetzt davon beeinflussen lasse, dass ich jetzt hier in Amerika wohne."
 
 
 
2 Panik
 
"Interessante Geschichte. Weil Panik, da geht es ja um eine Punk-Band: METAL
URBAIN. Das ist von denen damals die erste Single gewesen auf Rough Trade. Das
war auch die erste Band, die bei Rough Trade unter Vertrag war. Diese waren für mich damals auch ein extremer Einfluss. Ich habe ja auch in einer Punk-Band gespielt. Wollte aber irgendwie weiter. Wollte nicht nur im Punk vier Riffe … Ich wollte auch etwas anderes machen. Und „Metal Urbain“ war für mich dann eine der Bands, die diesen Weg dann schon gedanklich gehen, die zum Einen keinen Drummer hatten sondern eine Drum-Machine, zum anderen haben diese so Synthie-Noise in ihre Musik mit eingestreut. Und das war im Prinzip die erste Electro-Punk Band. Ich habe hier den Eric vor ein paar Jahren kennengelernt. Zumal Eric auch in Austin war. Der kam alle paar Jahre hier rüber. Weil ihm Austin gefallen hat. Und der ist jetzt vor 3 oder 4 Monaten
hier hingezogen. Er ist auch Fotograf. Er hat auch dieses Front-Cover gemacht. Für mich ist es ganz toll, dass wir jetzt hier zusammen auch eine Nummer gemacht haben. Der Kreis schließt sich. Wie mit allem hier. Auch wie gesagt mit dem Album Cover. Das ist eine ganz runde Sache. Für mich war zum Beispiel LOU REED – Metal Machine Music einer der größten Einflüsse. Eindeutig. Und das haben wir dann hinterher auch wörtlich genommen und „Metal Machine Music“, den bekannten Krupps-Track gemacht. Dieses Noise-Industrial hat mich damals als es 75 rauskam extrem beeinflusst. Und das war auch mit der Begründer für die „Stahlwerksinfonie“. Das war ganz, ganz wichtig, das Album. Und dann auch diese Hommage vom Cover. Das ist eine Hommage an das Lou-Reed Cover.
 


Weil diese „Metal Machine Music“, auf der das Ganze basiert, eine ganz, ganz
wichtige LP für uns war. Wir haben eben überlegt, was wir machen können. Alle unsere Cover waren bisher grafische Geschichten. Wie es eigentlich alle Bands machen aus der Szene. Immer nur grafische gelöste Sachen. Das ist alles schön und gut, aber ich habe mir einfach gedacht: Jetzt haben wir hier eine neue LP. Wir müssen was anderes machen. Ich bin dann in einen Plattenladen gegangen, von denen es hier noch richtige gibt, die haben hier richtig tolle Plattenläden, und habe hier mal geschaut, was mir auffällt. Ich habe diese Wand von CD-Veröffentlichungen angeschaut. Und was mir  aufgefallen ist war IGGY POP. Weil er eben
auf dem Cover war. Wir haben früher auf „Volle Kraft voraus“, „Wahre Arbeit wahrer Lohn“ – die
Maxi, veröffentlicht . Da war ich auf dem Cover. Das war damals vielleicht ein bisschen früh,
weil mein Gesicht noch nicht so bekannt war, auf der anderen Seite war das eben ein
Wiedererkennungswert. Die Leute identifizieren sich mit ihrem Star oder wie auch
immer man das sehen will. Und von daher fand ich das ganz interessant eben so
etwas auch wieder zu machen." 
 
 
 
3 Sans Fin
 
"Wir wollten eine Nummer machen, die diesen tragenden hymnischen Charakter hat, die auf
 der anderen Seite sich aber gut verbinden lässt mit AUTODAFEH, das ist eine Band aus
Frankreich, die machen extrem eigenständige Musik. Diese haben uns auch
auf der DIE KRUPPS / NITZER EBB-Tour 2011 supportet. Und das war eine sehr
interessante Sache. Und wir haben dann den Track geschrieben, Chris und ich,
und ich finde, dass ist echt eine gute Kollaboration geworden."
 
 
 
4 Neue Helden
 
"Das ist eine alte Nummer, eigentlich von „Volle Kraft voraus“, und das ist jetzt eine neue Version, die Claus Larsen (Læther Strip) ge-remixed hat. Das ist immer eine sehr gute Nummer gewesen. Ich fand, das war auch perfekt jetzt, das irgendwie mit einzubauen. Er hatte den Remix eigentlich schon vor einiger Zeit gemacht. Und ich habe mich dann daran erinnert. Und ich habe ihm dann geschrieben, ich bin gerade dabei noch Bonus-Tracks zu machen, aber mir rinnt ein wenig die Zeit weg. Da meinte er: Vergiss mal unseren Remix nicht von „Neue Helden“. Und das kam eigentlich perfekt. Auch die Message. Das fügt sich gut auch mit einigen der anderen Tracks. Passte perfekt rein."
 
 
 
5 Industrie Mädchen
 
"Ich habe die Nummer immer im Kopf gehabt. Über Jahre hinweg. Das ich davon mal eine aktuelle Version machen wollte. Auf Electro. Die alte Version ist eben eine Punk-Nummer gewesen. Aber für mich war das immer eine Nummer die perfekt Krupps ist. „Industrie Mädchen“ ist perfekt Krupps. Und ich habe das eben so umgesetzt, wie ich dachte, dass es sein müsste. Und die Leute, die das damals geschrieben haben, z.B. Uwe Jahnke und Thomas Schwebel (später „FEHLFARBEN“), die fanden den Track alle toll… Ist für mich eine ganz wichtige Nummer gewesen. Eine ganz wichtige Nummer auch für die Entwicklung von Punk in Richtung Krupps."

Bild oben: Jürgen Engler, DIE KRUPPS (by J. Engler, 2013)
 

Dan Davis / COVER UP! Newsmagazine, über die CD
"Machinists of Joy" / DIE KRUPPS:
 
"Eines der musikalischen Highlights 2013!"

DIE KRUPPS - 02 - Schmutzfabrik (Snippet)After more than 15 years, DIE KRUPPS release their all-new album THE MACHINISTS OF JOY! Release date GAS: Oct. 25th, 2013 Release date Europe: Oct. 28th, 2013 https://www.facebook.com/diekrupp...

DIE KRUPPS - Nazis Auf SpeedTaken from the album "The Machinists Of Joy" (2013)


Im falschen LandTrack 7 of the new DIE KRUPPS album ' The Machinists of Joy'