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DAN DAVIS
 

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Dan Davis im Interview mit MUNDTOT
Sänger Tino über die Flüchtlingspolitik, Waffenexporte, "Big Brother", Musik und Pegida, Liebe & "Schatten"

 Bild oben: MUNDTOT (Copyright by MUNDTOT).

Spätestens seit dem Album "Schatten" aus dem Jahr 2014 gehört die Band MUNDTOT zu den Geheim-
tipps der deutschen Musikszene. Die Kombination aus harten Gitarren, Electro-Beats, Rap-Elementen /
deutschem Sprechgesang, zeitkritischen Texten und Melancholie hebt sich wohltuend vom Einheitsbrei
der Charts ab und könnte die Band in Zukunft ganz nach oben katapultieren. Gerade laufen die Aufnah-
men für das neue Album und Dan Davis nahm die Gelegenheit wahr, Sänger und Bassist Tino exklusiv
hierzu, aber auch zu anderen aktuellen Ereignissen auf dem Planeten zu befragen. Tino spricht über
die Flüchtlingspolitik der EU, Waffenexporte, Pegida & Co., den Überwachungsstaat sowie natürlich
die Kanzlerin.

Alles andere als MUNDTOT nimmt die Band auch in ihrer Musik kein Blatt vor den Mund, ist provokant, 
direkt, ehrlich und eckt auf sympathische Weise in einer Nation an, in der zu viele schweigen und wegschauen. 
Jetzt hier im im COVER UP! Newsmagazine. 

Sänger Tino im Interview mit Dan Davis:
"...Das Vertrauen in den Staat und die Sicher-
heitskräfte ist sehr angeschlagen (teilweise zu-
recht). Wem man nicht vertrauen kann, von dem 
will man auch nicht überwacht und kontrolliert 
werden..."

Bild rechts: Sänger und Bassist Tino von
MUNDTOT.

Dan Davis: Hallo! Freut mich, dass Du Zeit
für ein kleines Interview gefunden hast. Wie
hat das bei Euch damals alles angefangen?

Tino: Hi, klar. Eher danke für das Interview.
Ich habe damals in einer Punkband als Schlag-
zeuger gespielt. Wir hatten zwar viel Spaß, aber
irgendwie keine Ambitionen. Die Texte, die da-
mals auch schon ich geschrieben habe, waren
auf Englisch und hatten keine große Aussage.
Das hat mich irgendwann genervt. Ich wollte
mehr erreichen. Mehr Inhalt. Ernste Themen.
Und vor allem wollte ich, dass die Zuhörer die
Texte auch verstehen und dass nicht länger
jemand anders meine Texte singt und eventuell
gar nicht versteht, wie sie gemeint sind. Also
habe ich mich 2009 mit einer alten Groovebox
hingesetzt und Songs geschrieben. Erst als
reine Electrosongs und dann nach und nach
kam erst Gitarre und dann Drums dazu.

Dan Davis: Wie seid Ihr auf den Namen der
Band gekommen – und warum habt Ihr ihn
letztlich gewählt?

Tino: Das klingt jetzt nach Klischee, aber der
ist mir tatsächlich sofort in den Kopf geschos-
sen, als ich den Entschluss gefasst hatte ein
neues Bandprojekt zu gründen. 

Ich wusste noch nicht wie es genau klingen würde, aber ich wusste, dass Mundtot der perfekte Name dafür 
sein wird.

Sänger Tino im Interview mit Dan Davis:
"..Wenn ein Land absichtlich klein gehalten wird,
um die Dominanz der EU zu sichern, dann muss 
die EU auch diese Menschen aufnehmen, die 
keinen Bock haben in ständiger Armut zu leben..."

Dan Davis: Eure aktuelle CD „Schatten“ aus dem Jahr 2014 empfinde ich als riesigen Sprung nach
vorne, was Professionalität betrifft. Tolles Album. Empfindet Ihr dies auch so? Und wie lange habt Ihr an 
„Schatten gearbeitet?

Tino: Auf jeden Fall. Mit unserem ersten Album wollten wir eher einen lofi-Sound, den wir live auch reprodu-
zieren können. Die Auftritte haben dann aber gezeigt, dass wir wesentlich dreckiger und härter klingen als auf 
dem Album, das haben wir beim zweiten Album besser eingefangen. Außerdem haben wir uns mehr getraut, was 
Songwriting angeht.

Erste Songs zu Schatten waren schon während der Aufnahme vom ersten Album mit dem Namen "Spätsommer"
in der Betaphase, so nennen wir das (man merkt, dass wir alle was mit IT zu tun haben/hatten). Der Song "Regen"
zum Beispiel.

Dan Davis: Eure Texte sind ja
zum Teil äußerst zeitkritisch. War
es Euch zu wenig einfach nur gute
Musik zu machen?

Tino: Sozusagen. Es gibt andere
Bands, die konzentrieren sich darauf
möglichst schöne Klangkomposition-
en zu machen, Text und Aussage des
Songs sind nebensächlich. Was super
ist. Für mich ist Mundtot aber keine
dieser Bands. Bei Mundtot geht es
darum eine Aussage oder eine Stim-
mung zu transportieren. Sowohl
textlich, als auch mit dem Sound.

Dan Davis: "Einsamkeit und Zwei-
fel“ ist der Opener auf „Schatten“,
zu dem es auch ein Video gibt.
Kannst Du ein paar Worte zu dem
Song und dem Video sagen?

Tino: Das war einer dieser Songs,
der sich einem fast aufzwingt.

Ich war nachmittags in Schwabing unterwegs, habe mir die Leute bei ihrem Treiben angesehen, wie ich das oft
so mache, und hatte sofort ein paar Textfetzen im Kopf. Zuhause dann die Akkorde rausgesucht, die passen und 
unter der Dusche den Refrain gehabt. Es war sofort klar, dass der Song aufs Album muss und ein potenzieller 
Kandidat für das Video ist.

Mit dem Video wollten wir dann die Stimmung einfangen. Das urbane. Die Einsamkeit der Stadt. Dazu haben
wir bewusst Elemente genutzt, die man so eher aus Hip-Hop-Videos kennt.

Sänger Tino im Interview mit Dan Davis:
"Wir arbeiten bereits am neuen Album. Die Songs
stehen alle schon und wir haben letzte Woche die 
Drums eingespielt ... Wir sind selbst total gespannt 
auf das Ergebnis und wie die neuen Songs bei den 
Leuten ankommen."

Dan Davis: Wie würdest Du Eure Musik beschreiben für jene Leser, die noch nichts von Euch gehört
haben?

Tino: Verzerrte Gitarren, eine Stimme die zwischen Sprechgesang und aggressiven Schreien wechselt und das
Ganze garniert mit elektronischen Klängen. Ernst, manchmal melancholisch, aber nie aufgesetzt böse.

Bild rechts: Gitarrist Andi (links) und 
Sänger und Bassist Tino von MUNDTOT. 

Dan Davis: Welche Musik hörst Du
privat am liebsten?

Das ist ziemlich unterschiedlich. Phasen-
weise höre ich eher gitarrenlastiges. Also
Alternative-Rock, Punk und Metal und 
dann wieder Drum'n'Bass, Electro und In-
dustrial. Und ab und an kann ich mich 
dann auch guter Popmusik nicht entzie-
hen und singe im Auto bei Taylor Swift 
mit. Aber Sowas würde ich mir nicht 
auf's Handy laden. Haha.

Dan Davis: Dein Lieblings-Track von
„Schatten“ ist?

Tino: "Schwarz-Weiss". Ich mag dort die
Mischung aus synthetischen und "echten"
Klängen.

Dan Davis: Arbeitet Ihr bereits an
einem neuen Album? Und falls ja,
was gibt es hierzu für News?

Tino: Wir arbeiten tatsächlich bereits
am neuen Album. Die Songs stehen alle
schon und wir haben letzte Woche die
Drums eingespielt. Der Rest folgt jetzt,
Mitte Juni. 

Wir sind selbst total gespannt auf das Ergebnis und wie die neuen Songs bei den Leuten ankommen. Ich glaube
da sind ein zwei Nummern dabei, die vor allem live richtig Laune machen werden.

Dan Davis: Welche zeitkritische Themen beschäftigen Dich derzeit am häufigsten, wenn Du die Nach-
richten anschaust? Und warum?

Tino: Am meisten rege ich mich aktuell über die Flüchtlingspolitik der EU auf. Ich begreife einfach nicht, wie
Nationen wie Deutschland, die nur durch andere Länder so reich geworden sind, nicht die Konsequenzen für ihr
Handeln übernehmen können. Wenn ich z.B. schon so toll bin und Waffen in ein von Krisen geplagtes Land expor-
tieren kann, dann muss ich auch die Menschen aufnehmen, die vor den Kugeln dieser Waffen flüchten. Dasselbe
gilt auf wirtschaftlicher Ebene. Wenn ein Land absichtlich klein gehalten wird, um die Dominanz der EU zu 
sichern, dann muss die EU auch diese Menschen aufnehmen, die keinen Bock haben in ständiger Armut zu leben. 
Und fast noch mehr kann ich mich dann über die Dummheit der Menschen aufregen, die unreflektiert "den 
Flüchtling" für die hausgemachten Probleme verantwortlich machen. Stichwort Pegida und Co.

Sänger Tino im Interview mit Dan Davis:
"..Wenn ich z.B. schon so toll bin und Waffen in 
ein von Krisen geplagtes Land exportieren kann, 
dann muss ich auch die Menschen aufnehmen, 
die vor den Kugeln dieser Waffen flüchten. Das-
selbe gilt auf wirtschaftlicher Ebene..."

Dan Davis: Wie siehst Du persönlich den ständigen Ausbau des Überwachungsstaates? Mit Unbehagen
oder als notwendiges Übel nach dem Motto „mehr Überwachung = mehr Sicherheit“?

Tino: Das ist ziemlich heikel. Sicher
leben möchte eigentlich jeder. Aber -
Das Vertrauen in den Staat und die
Sicherheitskräfte ist sehr angeschla-
gen (teilweise zurecht). Wem man 
nicht vertrauen kann, von dem will 
man auch nicht überwacht und kon-
trolliert werden.

Um dieses Debakel zu lösen, müsste
sich die Regierung also erst mal dafür
einsetzen, dass sie das Vertrauen der
Bürger wieder auf ihre Seite bekommt.
Falls das überhaupt noch möglich ist.
Bis dahin sehe ich die weitere Über-
wachung als Provokation, weil sie
einfach unverhältnismäßig ist.

Dan Davis: Dein derzeitiger
Lieblings-Film ist?

Tino: Kung Fury.

Dan Davis: Wir sollten unbedingt
noch ein paar Worte zu Deinem
Lieblings-Track „Schwarz-Weiss“
erwähnen. Ein etwas ruhigerer
Titel. Kannst Du hierzu etwas
mehr sagen?

Tino: Es ist wahrscheinlich auch des-
halb mein Lieblingstrack von "Schatten",
weil der Text sehr persönlich ist.

Ich wollte zwar einen Song über meine
Trennung schreiben, aber keine typische
Herzschmerzschnulze. 

Es ist  doch letztendlich so: wenn eine Beziehung zu Ende geht, kann man oft gar nicht mehr sagen, was ab wann 
schief gelaufen ist.

Beide haben irgendwann Fehler gemacht, die zu dem Punkt geführt haben, an dem die Trennung unausweichlich
war. Also ist es meistens Quatsch jemanden zu beschuldigen.

Es gibt nicht den/die Gute/n und den/die Böse/n. Es ist nicht einfach schwarz und weiss, sondern viel komplexer.
Schwarz-Weiss ist also so etwas wie eine Versöhnung mit der Trennung.

Tino im Interview mit Dan Davis über die 
Kanzlerin Angela Merkel:
"Stabile Frisur, guter Sekundenkleber an den 
Fingern, aber macht genau was bestimmte Men-
schen von ihr erwarten... Bestimmte Menschen, 
die sicher nicht das wollen, was der Mehrheit 
der Bürger gut tun würde..."

Dan Davis: Dein lustigstes / ärgerlichstes Erlebnis, dass Du mit MUNDTOT erlebt hast ist?

Tino: Lustigstes: Kann ich so gar nicht sagen. Es passiert so viel lustiges, vor allem auf Tour. Aber das ist auch 
wichtig. Ich glaube sonst hätten wir es nicht so lange miteinander ausgehalten. Haha.

Ärgerlich:  Besonders ärgerlich finde ich immer, wenn man von den Veranstaltern wie ein Vollidiot behandelt 
wird. Man kommt pünktlich, ist freundlich zu jedem, aber bei manchen kriegt man trotzdem die ganze schlechte 
Laune ab. Sowas ist Gott sei Dank selten, aber trotzdem ätzend.

Außerdem sind natürlich solche
Situationen wie die aktuelle Trennung
von unserem Drummer ärgerlich und
traurig. Wenn man die Band gründet
möchte man am liebsten exakt mit
diesen Leuten für immer zusammen
bleiben, aber so ist das Leben nun mal
nicht. Dinge ändern sich. Das Leben in
einer Band ist sehr zeitintensiv und für
viele auf Dauer schlecht mit dem
"normalen" Leben vereinbar.

Dan Davis: Haben auch andere
Bandmitglieder so wie Du vor
MUNDTOT schon in einer ande-
ren Gruppe gespielt?

Tino: Ja, einige. Man braucht ein
bisschen, bis man sein Zuhause
gefunden hat. Haha.

Zumindest war das bei mir so.

Dan Davis: Euer Debüt-Album 
hieß „Spätsommer“ - der Opener 
hatte den Titel „Endzeit“. 

Kannst Du noch ein paar Worte hierzu verlieren?

Tino: Eigentlich sagt der Titel schon alles. Das gesamte erste Album ist von den Texten viel nihilistischer als das
neue Material. Das war eine ziemlich ... ähm ... schwierige Phase meines Lebens und das hört man auch. Ich habe
zu der Zeit keine Hoffnung für eine Besserung der Zustände gesehen.

Sänger Tino im Interview mit Dan Davis:
"Es gibt andere Bands, die konzentrieren sich 
darauf möglichst schöne Klangkompositionen
zu machen, Text und Aussage des Songs sind 
nebensächlich ... Für mich ist Mundtot aber keine 
dieser Bands. Bei Mundtot geht es darum eine 
Aussage oder eine Stimmung zu transportieren. 
Sowohl textlich, als auch mit dem Sound."

Dan Davis: Deine Meinung zur Kanzlerin?

Tino: Stabile Frisur, guter Sekundenkleber an den Fingern, aber macht genau was bestimmte Menschen von ihr
erwarten... Bestimmte Menschen, die sicher nicht das wollen, was der Mehrheit der Bürger gut tun würde.

Dan Davis: Welche Pläne habt Ihr für die nächsten Monate? Sind Konzerte geplant?

Tino: Bis Mitte Juli sind wir noch mit dem neuen Album beschäftigt und danach werden wir wieder schnellst
möglich dorthin, wo wir hingehören - auf die Bühne. Nur wann und wo, kann ich noch nicht sagen.

Dan Davis: Dann wünsche ich Euch bei den Aufnahmen noch viel Spaß!

Tino: Vielen Dank für das Interview.



MUNDTOT - EINSAMKEIT UND ZWEIFEL



Mundtot - Schatten Album Preview 



MUNDTOT - IMMER SCHON ZU SPÄT



Mundtot - Regen

(Copyright by COVER UP Newsmagazine, 15.06.2015)
(Copyright Bilder: by MUNDTOT)

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