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TÜRKEI - Nach Putschversuch: Freimaurer aussortiert!
Präsident Erdoğan sortiert in der Türkei offensichtlich 
gezielt u.a. auch Freimaurer und Anhänger der "Gülen 
Bewegung" aus - mindestens 49 000 Staatsdiener* bereits 
suspendiert

 Bild oben: Nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei vom 15. Juli 2016 haben Teile der Bevölkerung sich am Tag 
 darauf um einen Panzer geschart, den die Putschisten zurückgelassen haben. (Quelle: deepspace, Shutterstock.com)

War der Putschversuch in der Türkei, der am 15. Juli 2016 gestartet wurde, inszeniert oder ein tatsächliches 
Aufbegehren von echten Regimegegnern, die die Regierung um Erdoğan stürzen wollten? In den Medien 
sind die Meinungen geteilt. Von der Diskussion darüber unbeeindruckt wurden in der Türkei als Reaktion 
tausende Richter entlassen, insgesamt wurden inzwischen zigtausende Staatsbedienstete suspendiert, 
bestehend unter anderem aus Anhängern der Gülen-Bewegung und Freimaurern, denen vorgeworfen wird, 
eine Art "Staat im Staate" hintergründig aufgebaut zu haben. Erdoğan hat schon lange den Ruf, Verschwö-
rungstheorien gegenüber aufgeschlossen zu sein. Er schrieb unter anderem im Jahr 1975 ein anti-freimau-
rerisches Theaterstück mit dem Namen MasKom-Yah.

Laut "Hurriyet Daily News" berichtete türkische
Medien über geheime Nachrichten, die Gülen-
Anhänger mit Dollar-Scheinen verbreiten 
würden. Die Zeitung "Daily Zaman" behauptete, 
dass hierbei auch Freimaurer-Symbole und 
Zeichen der Illuminaten wie "das Allsehende 
Auge" eine Rolle gespielt haben sollen, wie auch 
NTV inzwischen berichtet. Diese Zeichen befinden 
sich auch auf der Ein-Dollar-Note der USA.

Kaum war der Putschversuch vom 15. Juli 2016 in der Türkei Geschichte und die ersten "Säuberungswellen"
im großen Stil gegen Militärs, Richter und andere Staatsbedienstete rollten nur wenige Stunden später an, da
wurde auch dem unkritischsten Beobachter klar, dass hier etwas nicht stimmen kann. Denn wer nur wenige
Stunden nach einen Putschversuch tausende Richter entlässt, der kann dieses Vorgehen nicht mit aufwendigen
Untersuchungen nach dem geplanten Staatstreich erklären. Die Listen müssen schon vorher existiert haben
und man nahm danach die Gelegenheit wahr, jetzt selektiv jene Personen auszusortieren, die darauf standen.
Seitdem rätseln viele Massenmedien und große Teile der Weltbevölkerung darüber, wer und vor allem warum
gerade diese hier aussortiert wurden. Welcher Schlüssel wurde hierbei angewendet?

Wäre dem nicht genug, wird in der Türkei
in Zusammenhang mit dem gescheiterten
Putschversuch sogar ganz offen von einer
zionistischen Verschwörung gesprochen.
Und somit Wasser auf die Mühlen aller
Kritiker des türkischen Präsident Recep
Tayyip Erdoğan gegossen. Wie zuletzt
beispielsweise in einer Sendung mit Anne
Will, (siehe 


in der Fatih Zingal der "Jerusalem Post"
zuschreibt, sie hätten das Vorhandensein
von "zionistischen Parallelstrukturen in
der Türkei" bestätigt.

Der Putsch sei "eine Demaskierung der
Parallelstrukturen" gewesen und habe
bewiesen, dass es zionistische Parallel-
strukturen gebe, sowohl im Militär als
auch im Justizapparat. 

Norbert Röttgen (CDU) gegenüber Zingal im Talk mit Anne Will: "Wer behauptet das?" und legt nach: 
"Es werden Behauptungen aufgrund von Verschwörungstheorien genutzt, um Oppositionelle festzusetzen."

Nicht nur dies, offensichtlich richten sich die Säuberungswellen im Auftrag des türkischen Präsident doch
signifikant gegen Anhänger der "Gülen Bewegung" und gegen Freimaurer in gewichtigen Positionen, denen
vorgeworfen wird eine Art "Staat im Staate" in der Türkei aufgebaut zu haben.

Erdoğans kritische Einstellung gegenüber den Freimaurern zeigte er bereits im Jahr 1975, als der türkische Ministerpräsident ein anti-freimaurerisches Theaterstück mit dem Namen Mas-Kom-Yah schrieb. Im Jahr 2013
lobte Erdoğan Necip Fazil Kisakürek in seiner Rede zum Gedenken an seinen Todestag auf einer parlamentari-
schen Fraktionssitzung der AKP (Adalet ve Kalkınma Partisi), in welcher er feststellte, dass dieser einer der
wichtigsten Denker sei, die das Land im 20. Jahrhundert hervorgebracht habe. Er wäre ein Vorbild. Die türkische
regierungskritische Tageszeitung Yurt kommentierte dazu, die Rede von Erdoğan wäre beschämend gewesen.
Denn Kisakürek hätte mit seinem Buch Yahudilik-Masonluk-Dönmelik antisemitische und anti-freimaurerische

Shortcut: Fatih Zingal bei Anne Will 17 07 2016 Putschversuch in der Türkei

Shortcut: Fatih Zingal bei Anne Will | 17.07.2016 | Titel der Sendung: ‪#‎Putschversuch in der ‪#‎Türkei - Was macht ‪#‎Erdoğan jetzt? Kritik, Anregungen und Statements sind herzlich willkommen!


Das von Präsident Recep Tayyip Erdoğan geschriebene Theaterstück "Mas-Kom-Yah" wurde von diesem unter
Vorlage des Buches Kızıl Pençe („rote Kralle“) verfasst. Der Name Mas-Kom-Yah bildet sich aus der Abkürzung für
Freimaurer, Kommunist und Jude (siehe Wikipedia vom 20.07.2016: https://de.wikipedia.org/wiki/Mas-KomYah).

Soldaten ist es in der Türkei gesetzlich verboten während ihrer aktiven Dienstzeit Mitglied in einer Freimaurerloge
zu werden.

Europe News schreibt, die Gülenisten werden oft mit den Jesuiten verglichen, mit denen sie hervorragende
Kontakte pflegen, so wie auch mit den protestantischen Missionaren, Opus Dei und sogar mit den Freimaurern

Die Seite politaia.org schreibt: "Die türkische Armee und ihre Offiziere sind mit der Freimaurerei und ihren
zionistischen Zielen eins." (http://www.politaia.org/geschichte-hidden-history/europas-selbstmord-gegenueber-der-tuerkei/)

Laut "Hurriyet Daily News"
berichteten türkische Me-
dien über geheime Nachrich-
ten, die Gülen-Anhänger mit
Dollar-Scheinen verbreiten
würden. Die Zeitung "Daily
Zaman" behauptete, dass
hierbei auch Freimaurer-
Symbole und Zeichen der
Illuminaten wie "das Allse-
hende Auge" eine Rolle ge-
spielt haben sollen, wie auch
NTV inzwischen berichtet.
Diese Zeichen befinden sich
auch auf der Ein-Dollar-Note
der USA.

Was man auch immer von den aktuellen Vorgängen in der Türkei halten mag: für unsere westlich geprägten
Ideologien durch Mainstream- und Massenmedien hinterlassen die Anwendung solcher Schlüssel in den laufen-
den Säuberungsaktionen in der Türkei, bei denen inzwischen zigtausende Staatsbedienstete suspendiert wurden 
unüber die Wiedereinführung der Todesstrafe gegen die Putschisten diskutiert wird, womöglich einen schalen 
Nachgeschmack. Sehen unsere westlichen Lehrbücher doch alles andere als eine Verschwörung durch freimaurer-
ische oder gar zionistische Mächte hinter vielen Ereignissen der Weltgeschichte. Solche Behauptungen waren 
bislanoffiziell lediglich Stoff für Verschwörungstheoretiker.

Präsident Erdoğan wird oft dafür kritisiert, weil er so genannten Verschwörungstheorien zugeneigt ist. Der
Putschversuch in der Türkei im Juli 2016, bei dem F-16 Kampfjets im Tiefflug über Grosstädte flogen und Panzer
auf der Straße waren, scheint jedoch deutlich zu machen, dass mehr an diesen dran ist, als man denkt?

Der türkische Richter Aydın Sefa Akay, der im 
UN-Kriegsverbrechertribunal tätig ist und im 
September als Teil einer angeblichen Regierungs-
verschwörung nach einem gescheiterten Putsch
in der Türkei am 15. Juli 2016 im September 2016
verhaftet wurde, sagte zum Beispiel in seiner 

Und es gibt viele weitere Beispiele, die andeuten 
könnten, dass es bei dem Vorgehen gegen die 
Gülen-Bewegung auch gezielt Freimaurer aus 
ihren Ämtern enthoben worden sind.

Ganz so überraschend kam der Putschversuch übrigens nicht. Bereits im April 2016 erschien im Online-Magazin
zeitschrift-luxemburg.de ein Beitrag von Axel Gehring mit dem Titel "Die Türkei vor einem Putsch?".

Darin schreibt er: "In den letzten Wochen haben Gerüchte über die Möglichkeit eines Militärputsches in der
Türkei eine gewisse Resonanz unter türkischen wie internationalen Beobachtern / Beobachterinnen gefunden.
Ausgangspunkt dieser Spekulationen war der Artikel Could there be a coup in Turkey? von Michael Rubin,
Angehöriger des neokonservativen American Enterprise Institute..."

So wäre es kein Zufall gewesen, dass die AKP in ihrer Selbstdarstellung gegenüber dem westlichen Ausland
ganz bewusst keine islamistische, sondern eine antijakobinische Sprache verwendete. Als solche holte sie
umfangreich Anleihen aus Edmund Burkes Kritik der an der von Freimaurern mit iniziierten Französischen
Revolution, die als Gründungsmoment des modernen westlichen Konservatismus gilt und wurde diskursiv
anschlussfähig an die Selbstauffassungen westlicher Konservativer.

“Die französische Revolution von 1789 ist nur
ein Werk der Freimaurerei gewesen; denn alle
hervorragenden Männer jener Zeit waren Frei-
maurer. Nachher hat der Freimaurerbund da-
selbst gleichfalls die Revolution der Jahre
1830 und 1848 geleitet.“ (Quelle: „Frei-
maurerZeitung“, Leipzig, 24.12.1864)

„Die französische Revolution steht vollständig
unter der Herrschaft der Loge… Seit MacMah-
on sind alle Präsidenten der Republik der Loge 
nicht bloß eingegliedert, sondern tätige Agita-
toren, die in den Logen eine mehr oder minder
bevollmächtigte Stelle eingenommen haben… 
Ebenso gehören alle jene Männer, die in den 
Ministerien oder in wichtigen Staatsämtern 
eine Rolle spielen, der Freimaurerei an. Im 
Allgemeinen bekommt in der französischen 
Republik niemand ein wichtiges Amt, wenn er 
nicht von der Loge empfohlen wird.“
(Quelle: Freimaurer Ernst Freymann (Dr. 
Paul Köthner) in „Auf den Pfaden der 
internationalen Freimaurerei“, Berlin, 
1917, S. 7)

Prophetisch schreibt Gehring zudem in seinem Kommentar im April 2016, es wäre durchaus möglich, dass der
von Rubin ersehnte Militärputsch im Dienste anderer Ziele stünde, als jene, von denen er träumt. Noch wahr-
scheinlicher wäre, dass der Putsch durch eine schwache innere Kohärenz der Streitkräfte von Beginn an mit
Problemen zu kämpfen hätte und sich eine türkische Regierung, erstmals in der Geschichte des Landes, dem
unter Rückgriff auf eigene loyale Kräfte innerhalb und außerhalb der Streitkräfte versuchen würde, den Putsch militärisch zu brechen. (Quelle: http://www.zeitschrift-luxemburg.de/die-tuerkei-vor-einem-putsch/)

Aussagen wie "Amerika würde im Falle eines Putsches an der Seite der Putschisten stehen" vor den
Ereignissen vom Juli 2016 schüren weitere Spekulationen. Fethullah Gülen, nachdem die "Gülen Bewegung"
benannt wurde, befindet sich derzeit im selbst gewählten Exil in den USA. Der türkische Präsident Erdoğan
vermutet hinter ihm einen der Drahtzieher des gescheiterten Militärputsches und verlangt dessen Auslieferung.

Sollte die Tatsache, dass sich unter den suspendierten und inhaftierten Personen auch signifikant viele Frei-
maurer befinden, kein Zufall sein, dann könnten die nächsten Monate auch in dieser Hinsicht spannend werden.

Der türkische Richter Aydın Sefa Akay, der im UN-Kriegsverbrechertribunal tätig ist und im September als
Teil einer angeblichen Regierungsverschwörung nach einem gescheiterten Putsch in der Türkei am 15. Juli verhaf-
tet wurde, obwohl er offiziell diplomatische Immunität besitzt, sagte in seiner Verteidigung, er sei ein Freimaurer -

Richter Akay, der im September 2016 verhaftet wurde, bestritt eine Verbindung zur Gülen-Bewegung und
beschrieb sich selbst als Freimaurer. Und es gibt viele weitere Beispiele, die andeuten könnten, dass es bei
dem Vorgehen gegen die Gülen-Bewegung auch gezielt Freimaurer aus ihren Ämtern enthoben worden sind.

Viele islamische Bewegungen in der Türkei werfen der Freimaurerei vor, sie wolle eine Art geheime Weltherr-
schaft aufbauen, so dass sie in der Bevölkerung kein großes Ansehen genießt. Ihre Mitglieder gehören aber zu
den wohlhabenden und einflussreichen Schichten des Landes (siehe auch: (http://www.eslam.de/begriffef/freimaurergrossloge_der_tuerkei.htm). Bereits im Jahr 2004 kam es in Istanbul zu 
einem Anschlag auf eine Freimaurerlogebei dem zwei Menschen starben und sechs Personen verletzt wurden. 
Nach den Ermittlungen der Polizei zündeten damals die Angreifer selbst gefertigte Bomben, die sie am Körper 
trugen.


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 Bild oben: Moschee, Bosporus, Istanbul.

Ihre Kommentare zum Artikel "Türkei - Freimaurer aussortiert!" von Dan Davis können
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(COVER UP! Newsmagazine, 2016)
(Bilder: Shutterstock /  Pixabay)

* Stand zum Zeitpunkt des Artikels

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